Mit den Wörtern beginnen, die echte Rückfragen auslösen
Sammle zunächst Begriffe aus deinen vorhandenen Leistungsseiten, Angeboten und wiederkehrenden Rückfragen. Welche Wörter verwenden Kunden anders als dein Team? Wo braucht ein Gespräch regelmäßig eine zusätzliche Erklärung? Solche Stellen sind ein sinnvoller Ausgangspunkt für ein Glossar.
Schreibe nicht vorsorglich ein vollständiges Branchenlexikon. Für den Anfang genügen die wenigen Ausdrücke, die das Verständnis deines tatsächlichen Angebots erschweren. Notiere zu jedem Wort die betroffene Seite und die konkrete Frage. Ein Eintrag ohne Bezug zu deinem Betrieb hilft Besuchern beim nächsten Schritt kaum.
Die W3C-WAI-Schreibtipps empfehlen einfache Formulierungen, das Ausschreiben von Abkürzungen und bei Bedarf ein Glossar für unbekannte Begriffe. Prüfe deshalb zuerst, ob sich ein unnötig kompliziertes Wort direkt ersetzen lässt. Ein zusätzlicher Lexikoneintrag ist nicht immer die beste Lösung.
Begriff, Bedeutung und betriebliche Verwendung trennen
Eine brauchbare Erklärung nennt zuerst, was der Ausdruck im jeweiligen Text bedeutet. Danach erläutert sie, wie dein Betrieb ihn verwendet und was ein Interessent daraus für die Anfrage ableiten kann. Verwende dabei nicht mehrere neue Fachwörter, die ihrerseits ungeklärt bleiben.
Unterscheide eine allgemeine fachliche Bedeutung von einem intern festgelegten Ablauf. Wenn ihr beispielsweise einen Projektschritt besonders bezeichnet, sollte die Erklärung ausdrücklich eure Verwendung beschreiben. Gib interne Begriffe nicht als allgemeingültige Branchenregel aus.
Fiktives Redaktionsbeispiel: Ein Planungsbetrieb verwendet „Planungsfreigabe“ für die Bestätigung einer bestimmten Entwurfsfassung vor dem nächsten vereinbarten Arbeitsschritt. Der Glossareintrag würde diese betriebliche Verwendung erklären und die betroffene Fassung benennen. Das Beispiel definiert keinen allgemeinen Vertragsbegriff und beschreibt keinen realen Kundenprozess.
Ein gleichbleibendes Muster für kurze Einträge verwenden
Diese Arbeitsvorlage hält die Erklärung überschaubar. Lass die fachliche Aussage von der zuständigen Person bestätigen, bevor sie auf die Website kommt:
Begriff: [Wort oder Abkürzung].
Gemeint ist: [verständliche Erklärung im passenden Zusammenhang].
Bei unserem Angebot bedeutet das: [tatsächlich verwendeter Umfang oder Ablauf].
Für deine Anfrage hilfreich: [konkrete Information oder nächster Schritt].
Verwendet auf: [passende Leistungsseite].
Fachlich geprüft: [Rolle, Datum und gegebenenfalls Grundlage].
Beschränke dich auf das, was für das Verständnis nötig ist. Ein anschauliches Beispiel kann helfen, muss aber als Beispiel erkennbar bleiben. Für technische Definitionen verwendest du eine geeignete fachliche Grundlage; erfinde keine Norm, Zertifizierung oder Qualifikation, um die Erklärung verbindlicher wirken zu lassen.
Prüfe auch ähnliche Begriffe. Wenn zwei Wörter unterschiedliche Arbeitsschritte meinen, erkläre den Unterschied ausdrücklich. Wenn ihr sie synonym verwendet, vermeide widersprüchliche Einträge. Ein gemeinsames internes Wortblatt kann dabei die Redaktion unterstützen.
Die Erklärung dort erreichbar machen, wo das Wort vorkommt
Eine alphabetische Übersicht ist nur ein möglicher Zugang. Häufig genügt beim ersten Auftreten eines schwierigen Wortes ein kurzer erklärender Satz. Für ausführlichere Informationen kann ein verständlich beschrifteter Link zum entsprechenden Eintrag führen.
Die W3C-Erläuterung zu ungewöhnlichen Wörtern behandelt Möglichkeiten, besondere Bedeutungen und Fachsprache identifizierbar zu erklären, etwa durch Definitionen im Kontext oder verlinkte Einträge. Für deinen Betrieb ist das eine redaktionelle Orientierung; ein Glossar allein belegt keine vollständige Barrierefreiheit.
Öffne eine wichtige Leistungsseite am Smartphone. Findest du vom Fachbegriff zur Erklärung und danach zurück zum Angebot? Lass einen Leser ohne Vorwissen sagen, was der Ausdruck in diesem Zusammenhang bedeutet. Wenn dafür mehrere Seiten durchsucht werden müssen, gehört eine kürzere Erklärung möglicherweise direkt in den Text.
Glossar und Leistungsumfang gemeinsam aktuell halten
Ordne die Einträge einer fachlich zuständigen Rolle zu. Ändert sich ein Produkt, ein Ablauf oder eine verwendete Bezeichnung, prüft ihr auch die dazugehörige Erklärung. Notiere, auf welchen Seiten das Wort vorkommt, damit eine einzelne Korrektur nicht neben einer älteren gegenteiligen Aussage stehen bleibt.
- Ist die Erklärung ohne zusätzliche Fachkenntnis verständlich?
- Passt die Bedeutung zum jeweiligen Text?
- Ist eine interne Verwendung als solche erkennbar?
- Stimmen Beispiele und verlinkte Leistungsseiten?
- Sind Abkürzungen beim ersten Auftreten erklärt?
- Weiß jemand im Team, wer Änderungen bestätigt?
Ein Glossar erklärt Begriffe. Eine FAQ beantwortet dagegen vollständige Kundenfragen. Beide können sich ergänzen, ohne dass dieselben Absätze mehrfach angelegt werden. Für Geschäftskundenangebote bleibt der konkrete Leistungsumfang der wichtigste Zusammenhang.
Im Firmenprofil verständlich zum Angebot führen
Ein Unternehmensprofil sollte deinen Betrieb auch ohne Kenntnis interner Fachsprache vorstellen. Verwende in der kurzen Beschreibung möglichst klare Tätigkeiten. Die ausführlichen Erklärungen können auf der eigenen Website stehen und dort passende Anfragen vorbereiten.
Der GoAustria-Eintrag für 39 € pro Jahr umfasst ein Profil auf goaustria.at. Der Betrag ist ein Jahresgesamtpreis mit jährlicher Verlängerung. Neue bezahlte Profillinks bleiben sponsored/nofollow. Vergleiche Leistungen und Bedingungen. Die Erstellung oder fachliche Prüfung deines Website-Glossars ist damit nicht beauftragt.
Häufige Fragen
Braucht jede kleine Firmenwebsite ein eigenes Glossar?
Nein. Wenn sich die wenigen schwierigen Wörter direkt im Text verständlich erklären lassen, kann das genügen. Eine zusätzliche Übersicht lohnt sich vor allem für tatsächlich wiederkehrende Begriffe.
Darf ich einen internen Arbeitsschritt erklären?
Ja, beschreibe aber ausdrücklich, wie dein Betrieb den Begriff verwendet. Die interne Erklärung darf nicht wie eine allgemeingültige fachliche oder rechtliche Definition erscheinen.
Soll ich möglichst viele Begriffe für Google ergänzen?
Wähle Einträge nach dem Informationsbedarf deiner Besucher. Ein großes Wörterverzeichnis ohne Bezug zum angebotenen Inhalt ersetzt keine verständliche Leistungsseite und verspricht keine bestimmte Suchposition.


