Mit einer konkreten Leseaufgabe durch die Website gehen
Wähle zuerst eine Aufgabe, für die Besucher wirklich Informationen brauchen: eine Leistung verstehen, eine Kontaktadresse lesen oder eine Anfrage vorbereiten. Gehe diesen Weg auf der veröffentlichten Website durch. Ein Entwurf mit großen Überschriften zeigt noch nicht, wie kleine Zusatztexte später wirken.
Notiere Stellen, an denen du dich beim Lesen anstrengen musst. Dazu können Bildunterschriften, Formularhinweise, Öffnungszeiten oder Texte auf farbigen Schaltflächen gehören. Der erste Blick liefert Verdachtsstellen; er ersetzt keinen gemessenen Kontrastwert.
Halte die genaue Seite und das betreffende Element fest. „Alles etwas dunkler machen“ ist ein unklarer Auftrag. „Zusatztext unter dem Anfragefeld auf der Kontaktseite prüfen“ lässt sich dagegen wiederfinden und gemeinsam bearbeiten.
Text und Hintergrund als Farbpaar prüfen lassen
Die W3C-Erläuterung zu WCAG 2.2, Kriterium 1.4.3 nennt auf Stufe AA mindestens 4,5:1 für normalen Text. Für großen Text gelten mindestens 3:1; als groß gelten dabei grundsätzlich 18 Punkt beziehungsweise 14 Punkt bei fetter Schrift. Eine dekorativ wirkende Überschrift ist deshalb nicht automatisch groß genug.
Bitte die Webbetreuung, die tatsächlich verwendete Vordergrund- und Hintergrundfarbe mit einem Kontrastprüfwerkzeug auszuwerten. Bei Text über einem Foto oder Verlauf muss der relevante Hintergrund hinter dem Text berücksichtigt werden. Ein beliebiger heller Ausschnitt genügt dafür nicht. Messwerte knapp unter der Schwelle werden nicht aufgerundet.
Bewahre Ergebnis und verwendete Farben zusammen auf. So kann die Betreuung nach einer Änderung dieselbe Stelle erneut prüfen. Ein Bildschirmfoto hilft bei der Zuordnung; für die Auswertung soll sie die tatsächlichen Farben aus der Umsetzung heranziehen.
Aus einer Beobachtung einen bearbeitbaren Auftrag machen
Fiktives Arbeitsbeispiel: Auf einer erfundenen Beratungswebsite steht unter dem Anfragebutton ein wichtiger Hinweis zur benötigten Projektbeschreibung. Das Team findet den Text schwer lesbar. Es notiert die Kontaktseite, den Wortlaut des Hinweises und den Zustand vor dem Absenden. Ein Kontrastverhältnis wurde in diesem Beispiel noch nicht gemessen.
Der Auftrag lautet nun: „Bitte die Text-Hintergrund-Kombination dieses Hinweises messen, eine ausreichend kontrastreiche Variante vorschlagen und das Ergebnis dokumentieren.“ Der Inhalt bleibt sichtbar und verständlich, statt als vermeintlich dekorative Kleinigkeit entfernt zu werden.
Entscheide anschließend mit der Betreuung, welche freigegebene Farbvariante zur Gestaltung passt. Wenn dieselbe Kombination an mehreren Stellen verwendet wird, soll die Korrektur diese Fundstellen mit erfassen. Prüfe trotzdem die jeweils tatsächliche Darstellung.
Beschriftung, Bedienelement und Zustand auseinanderhalten
Ein Button enthält meist Text und eine grafische Gestaltung. Die Textbeschriftung braucht ihre eigene Kontrastprüfung. Daneben behandelt WCAG 2.2, Kriterium 1.4.11 bestimmte visuelle Informationen, die Bedienelemente oder Zustände erkennbar machen, mit mindestens 3:1 zu angrenzenden Farben. Daraus folgt keine pauschale Pflicht, jeden Button mit einem kontrastreichen Rahmen zu umgeben.
Erfasse neben der normalen Darstellung auch die tatsächlich vorhandenen Zustände: etwa ein geöffnetes Menü, eine Auswahl oder eine Fehlermeldung. Bitte die Betreuung um die jeweils passende fachliche Einordnung. Ein einziges Farbpaar aus der Startseite deckt diese Varianten nicht ab.
Verbinde den Rundgang mit der Tastaturprüfung und dem Formularcheck. Eine gut lesbare Beschriftung hilft wenig, wenn der betreffende Schritt anschließend nicht bedienbar ist.
Eine kleine Prüfliste bis zur Nachkontrolle führen
Verwende für jede Fundstelle dieses Prüfblatt:
Seite: [vollständige Adresse].
Element: [Beschriftung oder verständliche Beschreibung].
Zustand: [normal, geöffnet, ausgewählt oder anderer konkreter Zustand].
Beobachtung: [was schwer erkennbar ist].
Messung durch die Betreuung: [Farben, Verhältnis, Einordnung].
Korrektur: [freigegebene Variante].
Nachprüfung: [Datum, Ergebnis und offene Punkte].
Kontrolliere die veröffentlichte Korrektur am Desktop und auf einem schmalen Bildschirm. Sind alle wichtigen Hinweise noch vorhanden? Passt die neue Gestaltung auch auf den betroffenen Unterseiten? Werden zusätzliche Zustände weiterhin verständlich dargestellt?
Ein solcher Rundgang ist eine begrenzte Inhalts- und Darstellungsprüfung. Für eine umfassende Bewertung müssen weitere Aspekte fachlich geprüft werden. Ergänzend zeigt der Ratgeber zur Textvergrößerung, wie du eine andere typische Lesesituation dokumentierst.
Neue Besucher auf einen lesbaren Einstieg führen
Bevor du das Angebot über weitere Unternehmensprofile vorstellst, kontrolliere die verlinkte Zielseite mit derselben Aufgabe. Ein neuer Verzeichniseinstieg soll zu einem Angebot führen, dessen Umfang und Kontaktweg lesbar sind.
Der GoAustria-Eintrag für 39 € pro Jahr umfasst ein Unternehmensprofil auf goaustria.at. Der Betrag ist ein Jahresgesamtpreis mit jährlicher Verlängerung. Neue bezahlte Profillinks bleiben sponsored/nofollow. Vergleiche Leistungen und Bedingungen. Die Veröffentlichung enthält keine Kontrastprüfung oder zugesicherte Google-Platzierung.
Häufige Fragen
Reicht es, die Website mit den eigenen Augen anzusehen?
Das hilft beim Sammeln auffälliger Stellen. Den Kontrastwert soll die Betreuung anhand der tatsächlich verwendeten Farben messen und passend zum jeweiligen Inhalt einordnen.
Muss ich gleich alle Markenfarben ersetzen?
Beginne mit den konkreten problematischen Farbpaarungen und den Stellen, an denen sie eingesetzt werden. Besprich geeignete Varianten mit der Gestaltung und prüfe die Umsetzung erneut.
Beweist ein bestandener Kontrasttest vollständige Barrierefreiheit?
Nein. Er betrifft die untersuchten Kontraste. Bedienbarkeit, Struktur und weitere Anforderungen brauchen eigene Prüfungen; ein einzelner Messwert ist keine umfassende Bewertung.


